HaMSt-Tour 2026 „durch-den-Hafen/Containerterminals“


Am 2. August hat der HaMSt einen Ausflug in den Hafen - speziell zu zwei der vier Hamburger Containerterminals - gemacht.

Es ging mit einem Bus der Firma Jasper auf die "Tour der Giganten".
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Mats und seine Freundin Meret für die Organisation und an unseren Tour Guide für die ganzen Informationen.


Die Munkebo Maersk ist ein Containerschiff der Dänischen Reederei Maersk. Das Schiff hat eine Länge von 399,2 Metern und ist 59 Meter Breit. Mit seiner Maschinenleistung von 59.360 KW kommt es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 21,4 Knoten was ungefähr 39 km/h entspricht.
Die Tragfähigkeit des Schiffes aus dem Baujahr 2015 beträgt 18340 TEU.

TEU steht dabei für "Twenty-foot Equivalent-Unit". Ein solcher 20-Fuß-Container ist ca. 6,058 Meter lang. Wir mussten lernen, dass heutzutage über 90% der Container eines Schiffs 40-Fuß Container sind - oder sog. 2 TEU. Dementsprechend hat die Munkebo "nur" ca. 9000 Container geladen, wenn sie voll ist.

Apropos Voll - durch den Tiefgang der Elbe können vollbeladene Containerschiffe dieser Größe nicht fahren - daher laufen sie, aus Asien kommend zunächst Rotterdam an, werden dort Teilweise entladen und fahren dann nach Hamburg weiter. Ein Umlauf dauert übrigens ca, 98 Tage.


Container-Terminals gelten als Sicherheitsbereiche, daher musste jeder Teilnehmer einen gültigen Personalausweis vorweisen und Gepäck war nicht erlaubt. Falls Ihr also diese Tour als Abschluss an einen Besuch in Hamburg einplant - lasst das Gepäck im Hotel.

Gleich nach der Einfahrt auf das Gelände des HHLA Container Terminals Burchardkai ging es an großen Stapeln mit Containern vorbei und dann sahen wir auch schon den ersten Portalhubwagen.
Diese auch "Van Carrier" genannten Fahrzeuge haben eine Führerkanzel in 10-15 Metern Höhe und können Container mit bis zu 50 Tonnen anheben.

Wir erfuhren von unserem Reiseleiter das die Zeit dieser Riesen leider schon erreicht ist. Die nächste Generation dieser Fahrzeuge wird keinen Menschen mehr an Bord haben.


Ein sogenannter Flat-Rack-Container (nicht zu verwechseln mit einem Plattformcontainer - der hätte nämlich keine Träger an den Enden) wird genutzt für Fracht mit Übermaßen.

Selbstverständlich werden diese speziellen Container als letztes Ver- und erstes Entladen - müssen sie doch ganz oben auf allen anderen Containern reisen. Und ja - ein normaler Container-Greifer ("Spreader") braucht einen Adapter um diesen Flat-Rack anzuheben.

Man beachte auch, dass die Kolben der Hydraulikzylinder des Baggers noch extra verpackt sind. Wenn man sich überlegt, welchen Dreck der Bagger später auf einer Baustelle ausgesetzt sein wird, kann man nur erahnen, dass die Bedingungen an Deck eines Schiffes mitten auf dem Ozean noch einmal deutlich spezieller sind.
Zumal die Kabine nicht in Folie eingewickelt ist - Ich denke da an die weißen Schutzfolien auf den Scheiben von Neuwagen.


Der Lagerplatz für Kühlcontainer - da diese auf eine Stromversorgung angewiesen sind, werden sie gleich nachdem ein Containerkran sie vom Laster, oder vom Zug gehoben hat, hierher gebracht und an Strom angeschlossen.


Bevor ein LKW einen Container im Terminal anliefern kann, muss die Spedition den Container Elektronisch anmelden und erhält dann einen Zeitslot für die Anlieferung. Der Fahrer muss sich mit einem speziellen Ausweis anmelden und kann erst dann auf das Gelände fahren (dabei wird der Container noch auf dem LKW aus allen Richtungen fotografiert und damit jede Beschädigung erfasst).
Dort stellt der Fahrer seinen Laster an einer Speziellen Stelle ab. Er muss sich dabei genau an die Markierungen auf dem Boden halten und sich an einer Transpondersäule mit seiner Truckerausweis - dabei bestätigt der Fahrer, dass er. die Transportsicherungen am Laster gelöst hat.

Anschließend kommt so eine Containerbrücke und hebt den Container vom LKW - der Fahrer bekommt dafür den sogenannten "Interchange Receipt" als Beleg und ist damit der Verantwortung für diese Fracht entbunden.

Diese, mittlerweile Vollautomatischen, Containerbrücken stapeln die Container in einem Zwischenlager, bis sie von einem Portalhubwagen abgeholt werden.

 


Container kommen am Burchard Kai nicht nur per LKW und Bahn an, sondern auch mit kleineren Containerschiffen. Hier sehen wir einen solchen Feeder der Container in kleineren Häfen an Nord- und Ostsee eingesammelt hat. Mit einer Kapazität von 300 bis 1800 TEU (also wie wir gelernt haben 150 bis 900 40-Fuss-Containern) sind sie deutlich kleiner.

Auf der Rechten Seite sehen wir das Villen-Viertel von Blankenese auf der anderen Elbseite.


Hier sehen wir die große Schiebebühne im Hamburger Hafen. Hier sind die Loks abgestellt, wenn sie auf die nächste Fahrt warten. Im Hintergrund in der Mitte des Bildes ist die Lokinstandsetzungshalle zu sehen.

Als Modellbahner wünschen wir uns schon lange, dass hier mal ein Café eröffnet - nicht Coffee-to-go, sondern Cofee-to-Watch-Trains... Oder so.

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